Wednesday, 4. march 2009 3 04 /03 /März /2009 09:34

Hallo und Herzlich Willkommen zurück zur wöchentlichen Freakshow der Nordlichter.

Nun ist schon die letzte Februarwoche vorbei und wieder gibt es einiges zu erzählen.
Ich arbeite im Lapland Vocational College für Jari Koivuma und habe dort viel zu tun. Das College ist eine Berufsschule für IT- und technische Berufe sowie für kaufmännische Berufe.

Aber allein zur Arbeit kommen ist schon ein Akt. Ich habe das Glück, dass ich erst um 9 Uhr auf der Arbeit sein muss, jedoch dazu sind  zarte 5,4 km zu besiegen. Der Bus nützt mir nichts, da ich erst in die Stadt laufen muss, um  einen Bus zu bekommen, um dann die letzten 1,5 km fahren zu können.  Da ist es dann um so schöner nach einem allmorgendlichen Spaziergang bei vielen, vielen Minusgraden endlich bei der Arbeit anzukommen.

Dort habe ich die Aufgabe, die finnischen Schüler zu überzeugen und zu motivieren auch ins Ausland zu gehen und dort zu lernen, so wie wir es gerade machen. Dazu habe ich eine Präsentation ausgearbeitet und eine Gesprächsrunde mit Feedback und FAQ eingeplant. Was mich erwartete, war gar nicht in meinem Plan berücksichtigt.
Die finnischen Schüler sind unglaublich mundfaul.
Damit meine ich aber "nur" alle Schüler des Lapland Vocational College. Ich habe meine Präsentation sieben Mal gehalten und es gab in diesen sieben Klassen nie eine Frage oder einen Kommentar und nur sehr selten eine Antwort auf meine Fragen. Ich konnte sie fragen, ob sie schon einmal im Ausland waren, ob sie einmal alleine verreist waren oder ob sie etwas über andere Länder und Kulturen wissen. Sie haben mir noch nicht einmal geantwortet, wenn ich sie gefragt habe, ob sie noch eine zweite Sprache sprechen, obwohl ich meine Präsentationen in den Englischstunden gehalten habe. Die Tatsache, dass sie mindestens sechs Jahre, manche Schüler bis zu zehn Jahre Schulenglisch genossen haben, hat sie nicht daran gehindert, mir nicht zu antworten.
Nicht einmal die Lehrer konnten ihre Klassen motivieren und so wurde ich zu einem Alleinunterhalter. Wie sich aber schon in meinen ersten Wochen herausgestellt hat, scheint das hier der Normalzustand zu sein. So habe ich meine Präsentation, die dann nur noch 20 Minuten dauerte, gehalten und die Schüler dann einen von mir entworfenen Fragebogen ausfüllen lassen.
Den Fragebogen benutze ich als Feedback. Somit kann ich wenigstens dadurch die Interessen erfahren, die ich nach allen Präsentationen statistisch zusammenfassen soll. Auf diesem Fragebogen sollen die Schüler u.a. ihre Sprachkenntnisse einschätzen. Erstaunlicher Weise haben relativ viele Schüler geschrieben, dass sie gute mündliche und schriftliche Englischkenntnisse haben. Da frage ich mich allerdings, warum reden die nicht mit mir oder ihrem Lehrer?

Kommende Woche ist in Finnland Springbreak und danach darf ich die Präsentation in der Partnerschule halten. Das ist eine Berufsschule, die Köche, Barkeeper und Hotelfachleute ausbildet. Ich habe mir schon mehrfach sagen lassen, dass diese Schüler noch weniger bzw. schlechter Englisch sprechen, als die Schüler des Lapland Vocational College.
Naja, ich werde es ja sehen.

Für alle anderen ist die Woche recht ereignislos vorübergegangen. Man ist zur Arbeit gegangen, man ist wieder nach Hause gegangen, hat Wäsche gewaschen und ist an ein oder zwei Tagen ins Coffee House oder in die Bibliothek gegangen, um wichtige Telefonate zu führen oder  wichtige Mails los zu schicken.

 Aber dann kam es- zuerst etwas schleichend, aber dann mit einem großen Knall - das Wochenende. Mit langfristiger Planung am Freitagabend beschlossen wir, am Samstag nach Kemi zu fahren. Wir fuhren zu fünft  eine Stunde mit einem sehr alten Zug nach Kemi und haben uns das Eisschloss angesehen.
Das war wirklich sehenswert. Es ist erstaunlich, was Menschen aus Schnee und Eis bauen können, wenn ihnen langweilig ist. Es war echt sehenswert. In diesem Schloss waren circa 25 Minizimmer, in denen gerade ein Doppelbett reinpasste, eine Bar, die echt "cool" aussah, und sogar eine Kapelle und etwas, das wie ein Restaurant eingerichtet ist. Alles in allem ein sehr schöner Tag. den wir mit einer Riesenpizza für jeden ausklingen ließen. Nach vier Stunden Kemi-Besichtigung sind wir wieder nach Rovaniemi gefahren und haben uns noch einen gemütlichen Abend gemacht.

Alles in allem eine unterhaltsame Woche mit einigen Spaßeinlagen und einer Eisschlossbesichtigung.



von Makkarasormi - veröffentlicht in: Marcel
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